Elektrischer Strom im Außenbereich birgt besondere Herausforderungen und Risiken. Ob im Garten, auf der Terrasse oder im Hof – überall, wo Strom im Freien genutzt wird, sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und mechanische Belastungen können die Sicherheit und Funktionalität elektrischer Geräte und Installationen beeinträchtigen. In diesem Artikel wird erklärt, worauf man achten sollte und welche IP-Schutzarten für den Außenbereich geeignet sind.
Schutzklassen und IP-Schutzarten verstehen
Die Schutzart eines elektrischen Geräts oder einer Installation wird durch die sogenannte IP-Schutzklasse (International Protection) angegeben. Diese gibt Auskunft darüber, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Feuchtigkeit geschützt ist. Die IP-Kennzeichnung besteht aus zwei Ziffern:
- Die erste Ziffer gibt an, wie gut das Gehäuse gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern (z. B. Staub) geschützt ist.
- Die zweite Ziffer beschreibt den Schutz vor Wasser und Feuchtigkeit.
Schutzklassen: Bedeutung der IP-Zahlen für den Außenbereich
Je nach Einsatzort sind verschiedene IP-Klassen erforderlich. Hier sind einige gängige Schutzarten für den Außenbereich:
- IP44: Schutz gegen feste Fremdkörper größer als 1 mm und allseitiges Spritzwasser. Geeignet für geschützte Außenbereiche wie überdachte Terrassen oder Balkone.
- IP54: Bietet zusätzlichen Schutz gegen Staubablagerungen im Inneren sowie Schutz gegen Spritzwasser. Nützlich für Außenbeleuchtung oder Steckdosen mit mäßiger Witterungseinwirkung.
- IP65: Staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel. Ideal für Gartenleuchten, Außensteckdosen und wetterfeste Schaltkästen.
- IP67: Vollständig staubdicht und für kurzfristiges Untertauchen in Wasser geeignet. Sinnvoll für Teichpumpen, Bodeneinbaustrahler oder Geräte, die gelegentlich starkem Regen oder Pfützen ausgesetzt sind.
- IP68: Dauerhaft wasserdicht und staubdicht, auch für den Einsatz unter Wasser geeignet. Besonders wichtig für Unterwasserbeleuchtung in Teichen oder Pools.
Sichere Elektroinstallation im Außenbereich
Neben der Auswahl der richtigen Schutzart gibt es weitere wichtige Aspekte für eine sichere Nutzung von Strom im Außenbereich:
- FI-Schutzschalter verwenden: Ein Fehlerstromschutzschalter (FI oder RCD) ist essenziell, um Stromschläge bei Feuchtigkeit oder Kabeldefekten zu verhindern.
- Witterungsbeständige Kabel und Stecker: Normale Haushaltskabel sind nicht für den Außeneinsatz geeignet. Stattdessen sollten spezielle Gummikabel (H07RN-F) oder andere wetterfeste Varianten genutzt werden.
- Auf korrekte Montage achten: Alle Installationen müssen fachgerecht durchgeführt werden. Steckdosen und Schalter sollten in Schutzgehäusen untergebracht sein, um Witterungseinflüsse zu minimieren.
- Regelmäßige Überprüfung und Wartung: Kabel, Steckverbindungen und Geräte sollten regelmäßig auf Beschädigungen und Feuchtigkeitseinwirkung überprüft werden, um Unfälle zu vermeiden.
- Kabelverlegung sicher gestalten: Erdkabel sollten in mindestens 60 cm Tiefe verlegt werden und durch flexible Schutzrohre geführt werden, um Schäden zu verhindern.
- Außensteckdosen mit Klappdeckel: Außensteckdosen sollten immer mit einer selbstschließenden Abdeckung versehen sein, um sie vor Regen und Schmutz zu schützen.
Besondere Vorsicht bei Verlängerungskabeln und Mehrfachsteckdosen
Herkömmliche Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel für den Innenbereich dürfen nicht im Freien verwendet werden. Es gibt spezielle Varianten mit erhöhtem Spritzwasserschutz, die für den Außenbereich geeignet sind. Dennoch sollten diese nur temporär eingesetzt werden, da Steckverbindungen eine Schwachstelle darstellen und Feuchtigkeit eindringen kann.
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